Ars Electronica
Ars Electronica 2007
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Festival 1979-2007
 

 

chic-o-mat


Kate Burgener / Juerg Luedi / Michael Nussbaum

Der chic-o-mat ist ein System, das spielerisch nach Identität, Differenz und deren Repräsentation forscht. Es ermöglicht den Benutzenden, ihr Aussehen, Alter und Geschlecht virtuell zu verändern. Dies geschieht mit Hilfe automatisch erstellter Bilder – zusammengesetzt aus dem eigenen Porträt und dem Porträt einer anderen Person. Die Mitspielenden werden auf eine persönliche und interaktive Art Forschende an der eigenen Repräsentation.

Dabei erstellt die BenutzerIn mit Hilfe der integrierten Kamera ein Porträt von sich selbst. Dieses Bild wird nun mit dem Porträt einer zweiten Person oder mit einem Porträt aus dem Pool des chic-o-mat kombiniert. Stehen beide Aufnahmen auf dem Bildschirm bereit, kann das automatische Zusammensetzen gestartet werden und das erste virtuelle Porträt erscheint.

Wie beim Blick in einen Spiegel, begegnet man unmittelbar einem bekannten und gleichzeitig doch fremden Gesicht. Julia Kristeva(1) formuliert die Differenzerfahrung in Anschluss an Freuds Theorie des „Unheimlichen“ als eine intersubjektive Konstruktion folgendermaßen:„Der Andere, das ist mein eigenes Unbewusstsein (mein unbewusstes Eigenes).“ Die Erkenntnis, dass das Fremde in uns selber ist, führt in uns den Begriff der Differenz ein, als Voraussetzung für das Sein mit dem Anderen.

www.poolart.ch/chic-o-mat/index.htm

(1) Kristeva, Julia: Fremde sind wir uns selbst. Frankfurt, Suhrkamp 1990zurück

Pilot project developed in conjunction with the “Gay Chic—von der Subkultur zum Mainstream” exhibition at the Museum für Gestaltung, Zurich, 2006; curator: Cynthia Gavranic.

Among the programs used in chic-o-mat are: Processing, ImageMagick,MPT, Java, C++, Perl, AutoHotkey, Samba, Linux Thanks to all our friends and acquaintances as well as Kate and Juerg’s children, who spontaneously agreed to pose for the portraits.