Ars Electronica
 
 
 

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Prix1988
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Occursus com novo
Achim Stösser


Computerkunst ist heute noch großenteils gekennzeichnet durch eine Beschränkung auf reine Informationsästhetik. Zum einen führt dies, da diese Kunstform dem Medium geradezu immanent ist, zu ästhetisch außerordentlich gelungenen Bildern, häufig jedoch auch - der Historismus des 20. Jahrhunderts - zu bloßen Nachahmungen oder Kopien von Werken etwa der Op-Art oder der Minimal Art.

Die computergenerierte Animation „Occursus cum novo" ist formal nach einem Schema aufgebaut, das der Musik entlehnt ist - dem Rondo. Das heißt, der Film ist in zwei parallele, sich abwechselnde Handlungsstränge gegliedert. Allerdings sind diese beiden Realitätsebenen nicht vollständig voneinander getrennt.

In der Schlußsequenz verschmelzen beide Welten zu einer Gesamtheit, wobei es dem Betrachter überlassen bleibt, zu entscheiden, wie diese Verschmelzung zu bewerten ist. Erst an dieser Stelle, wenn Objekte aus der einen Welt in die andere eindringen, werden die überraschenden Größenverhältnisse klar. Gleichzeitig wird versucht, durch Nachbildung oder Andeutung realer Objekte, eine Verbindung zwischen Kunst, Natur und Wissenschaft herzustellen. (A. Stößer)