Ars Electronica
 
 
 

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Prix1990
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Don't Touch Me
Jeff Kleiser, Diana Walczak


Jeff Kleiser hat 1976 sein Computergrafikstudium an der Colage University abgeschlossen und eine Karriere bei Dolphin Productions als Animator auf dem Videosynthesizer-System "Scanimate" begonnen. Nachdem er ein Jahr lang Holographie bei Laser Light Concepts studiert hatte, begann er als Optik-Kameramann und als Line-up-Editor bei EFX Unlimited, einem Studio für optische Effekte, zu arbeiten. Er war auch Gründer, Leiter und schließlich Vorsitzender von Digital Effects, einer Computergrafik-Firma in New York.

1986 wurde Kleiser von Omnibus Computer Graphics angeworben, wo er den Computergrafikteil für Disney's Film „Flight of the Navigator" leitete. Er wurde zum Direktor der Motion Picture Special Effects Division ernannt und leitete die Animation für Mattels „Captain Power"-Pilotfilm. Kleiser ging von dort zu Robert Abel and Associates als Visual Effects Supervisor und war dem „Millennium"-Projekt zugeteilt, bis die Omnibus/Digital-Productions/Robert-Abel-Gruppe 1987 ihre Pforten schloß. Daraufhin gründete er gemeinsam mit der Künstlerin Diana Walczak die Kleiser-Walczak Construction Company. Diana Walczak hat Technik, Computerwissenschaft und Bildhauerei studiert und graduierte 1985 an der Boston University. Seither ist sie als freiberufliche Bildhauerin und Designerin tätig. 1986 begann sie, eine dreidimensionale menschliche Figur für Omnibus Computer Graphics zu entwickeln. Im Jänner 1987 begann sie mit der Entwicklung eines Systems zur Darstellung von Gesichtsausdruck und Sprach-Phonemen für computergenerierte Charaktere. Im April 1987 wurde sie dann Mitbegründerin der Kleiser-Walczak Construction Company.

Das Debüt von Dozo, dem ersten computergenerierten Popstar der Welt, wurde vom Publikum der ACM SIGGRAPH Film and Video Show in Boston im Juli 1989 herzlich aufgenommen. Das dreiminütige Musikvideo „Don't Touch Me" wurde von Jeff Kleiser und Diana Walczak geleitet und produziert. Es ist ein Aufruf an die Menschheit, mit der Mißhandlung unserer so zerbrechlichen Umwelt aufzuhören. Der Text des Songs stammt von Jeff Kleiser und Diana Walczak, die Musik von Frank Serafine. Die Melodie des Songs wurde von Perla Batalla komponiert und ausgeführt.

Technischer Hintergrund

Eine Grundbibliothek verschiedener Gesichtsausdrücke und Phoneme für Dozo wurde von Diana Walczak aus Ton modelliert und anschließend digitalisiert, um Key Frames für Dozos Gesichtsanimation zu schaffen. Die Interpolation zwischen diesen Schlüsselbildern erfolgte durch Software von Larry Weinberg.

Auch Dozos Körper entstand als Tonmodell, das in digitalisierter Form in eine Datenbank eincodiert wurde. Die aus Perla Batallas Tanz gewonnenen Bewegungsanalyse-Daten wurden auf diese Grunddatenbank mittels einer Körperbewegungs- und -beugungssoftware von Frank Vitz übertragen.