Ars Electronica
 
 
 

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Prix1990
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Tipsy Turvy
Alan Norton


Alan Norton ist in Utah geboren und aufgewachsen. Er besuchte die University of Utah und graduierte 1968 zum B.A. in Mathematik. Er besuchte die Princeton University, wo er 1976 zum Dr. phil. aus Mathematik promovierte mit einer Dissertation über Moduli komplexer Vektorbündel. Die nächsten Jahre arbeitete er in der mathematischen Forschung und unterrichtete an der University of Utah und am Hamilton College. 1980 trat er ins IBM Thomas J. Watson Research Center in Yorktown Heights, N.Y., ein, wo er als Visiting Scientist mit dem IBM Fellow B. Mandelbrot an der Berechnung und Visualisierung von Fraktalen arbeitete. 1982 wurde er zum ständigen Mitglied der IBM-Forschungsmannschaft, seine Aufgabe war die Erforschung von Architekturen für parallele Prozessoren. Diese Studien führten ihn zur Gründung von RP3 (1984), des Research Parallel Processing Project.

Der Star von „Tipsy Turvy" ist der „Utah Teapot", ein Computergrafik-Teekessel, entworfen 1971 von Martin Newell, der zum Symbol der Leistungen der modernen Computergrafik bei der realistischen Darstellung realer Objekte geworden ist.

Am Anfang der Animation leidet der Teekessel offensichtlich an einem schweren Kater. Er hat zweimal Schluckauf, sein Deckel springt in die Luft und erschreckt die umstehenden Gläser, die hin- und herschwanken. Dann niest der Teekessel recht heftig und springt dabei samt seinem Deckel in die Luft. Beim Aufprall fällt er auf den Schnabel und zerspringt in tausend Teile. Diese wiederum schlagen an alle anderen Tischbewohner an, werfen Vasen und Flaschen hinunter. Bis der Deckel endlich aufschlägt, haben die Reste des Teekessels den Tisch schon leergefegt.

Technischer Hintergrund

Die Teekesselszene wurde als ein Gitter mit mehr als 20000 Knoten simuliert, was eine halbe Stunde Rechenzeit pro Frame auf einer 3090 CPU erforderte. Die resultierenden Bilder wurden mit Ray-Tracing bearbeitet, um Schatten und Reflexionen darzustellen. Im Lauf der Produktion wurden über 200 Stunden CPU-Zeit auf einer 3090er-Maschine eingesetzt. Die Software für Simulation und Rendering wurde in C geschrieben. Die Simulation erfolgte unter AIX/370. Das Rendering erfolgte unter AIX/370 und MVS.