Ars Electronica
 
 
 

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Prix1993
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
The Desert Dreams a Mirage - Silicon Meets Carbon
David Rokeby


Auf zwei Videodiscs sind Szenerien der Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft aufgezeichnet, allerdings in städtischem Umfeld, also Pfützen, Glut auf Grillern, Gehsteige und öffentliche Strande. Die Geräusche dazu sind die mitaufgezeichneten Originaltöne. Sie werden senkrecht von oben auf eine 3 x 4 m große Sandfläche in der Installation projiziert. Rundum führt ein schmaler Gehstreifen. Daß die Projektionsfläche Sand ist, wird nicht sofort klar, denn das Bild vermittelt einen Eindruck von Tiefe, und der Sand sinkt darunter weg. Der Betrachter wird verstohlen durch die Tiefe des Bildes greifen und den trockenen Sand spüren. Die Bewegungen der Besucher werden mit vier Infrarotsensoren und zwei Kameras verfolgt, die ein Programm steuern, das jeweils an der Seite neue Bilder einspielt, an der die Bewegung geortet wurde. Wenn der Betrachter nun rundumgeht, verschmilzt ein Bild mit dem anderen, entsprechend den Bewegungen des Betrachters. Feuer breitet sich über dem Wasser aus, der Gehsteig wird überflutet, Menschen treten aus Flammen oder Wellen hervor. Wenn man in ein Bild hineinsteigt, ertönt das dazugehörige Geräusch, und der Fußabdruck bleibt auf dem Sand-,Bildschirm' erhalten. Es war mir nicht wichtig, daß die Betrachter diese Art der Interaktion verstehen. Die Interaktion ist nur notwendig, um eine bestimmte Erfahrung im Betrachter zu erzeugen. Interaktionen, die nicht bewußt wahrgenommen werden, können mitunter die Erfahrung stärker prägen als solche, die zwar verstanden, aber nicht mehr ,erfahren' werden.