Ars Electronica
 
 
 

Back to:
vorherige Seite

Prix1992
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
The Electronic Swaying Orchestra
Peter Bosch, Simone Simons


Die mechanische Komponente der Installation ,Electric Swaying Orchestra' (,Elektrisches Schwingendes Orchester') wurzelt in einem interessanten Gebiet zwischen Wissenschaft und Kunst. Das parametrisch angetriebene Pendel ist ein wohlbekanntes Objekt, das von Physikern innerhalb der Ordnungs- und Chaostheorien vielfach beschrieben und untersucht worden ist. Innerhalb dieses Projekts war unser Hauptziel die Schaffung des Chaos, des Unvorhersehbaren, des instabilen Gleichgewichtes. Wir glauben, daß Kunst beunruhigend sein sollte, Fragen aufwerfen sollte, während die Wissenschaft normalerweise versucht, Fragen zu beantworten.

,The Electric Swaying Orchestra' - eine Performance von sechs Quasi-Metronomen im Feld zwischen Ordnung und Chaos. Historisch gesehen wurde das Pendel verwendet, um Ordnung zu schaffen; die sechs Pendel hingegen, die das Orchester darstellen, bringen das Chaos. Da die Pendel parametrisch angetrieben werden, verfügen sie über eine extrem breite Bewegungsskala. Was als traditionelles Hin -und Herschwingen beginnt, kann zu einer unvorhersehbaren und unregelmäßigen Bewegung und zu einem erstaunlich kraftvollen Rundumschwingen führen. Die Pendel sind paarweise verbunden, je eines im Paar trägt entweder einen Lautsprecher oder ein Mikrophon. Da das Verhalten der Pendel von der Schwingungsfrequenz ihrer Mechanismen abhängt, ist die Verwendung von Mehrgeschwindigkeits-Elektromotoren essentiell. Die Aufregung und Spannung, die aus dem Kontrast zwischen periodischen und nicht-periodischen Schwingungen entsteht, wird weiter durch die hinzukommende Klangdimension verstärkt: Elektronische Musik ist aus den Lautsprechern zu hören. Diese live improvisierte Musik wird von einem Computer erzeugt, der die von den drei schwingenden Mikrophonen empfangenen Geräusche interpretiert und über die Lautsprecher neue Noten abspielt. Die bestimmenden Elemente des musikalischen Outputs sind aber die unvorhersehbaren Bewegungen der Pendel, das Horchen und die Kompositionsregeln des Computers. Und in der Tat hört sich der Computer ständig selbst zu. (Simone Simons/Peter Bosch)