Ars Electronica
 
 
 

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Prix1991
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Universal Timepiece (Version 1 - 4)
Mark Madel


Mark Madel wurde 1957 in Chicago geboren und graduierte 1981 zum Bachelor of Fine Arts am California Institute of the Arts, Los Angeles. Er hatte zahlreiche Einzelausstellungen, z.B. „User Friendly", Arch, Amsterdam, 1989; „Logic, Order, and Predictability", The L-Shaped Gallery, Los Angeles, 1981; ebenso Gruppenausstellungen, z.B. „Little Things Mean a Lot", Momentary Modern, Amsterdam, 1991.

,Universal Timepiece' besteht aus vier getrennten Objekten. Die Objekte bestehen aus nichts anderem als den Schaltplatinen. In der Originalinstallation wurde jede dieser Platinen in eine eigene Kabine gehängt, wobei nur jeweils eine Person auf einmal die Kabinen betreten durfte.

In Version 1 wurde die Lebensspanne des Objekts auf 25 Jahre festgesetzt. Der Computer im Kunstwerk selbst zählt von diesem Punkt unaufhaltsam herunter und zeigt die restliche Lebensdauer an. Die einzige ,Atempause' gönnt er sich, wenn der Betrachter ein wenig seiner eigenen Zeit opfert und den Finger auf das Objekt legt. Auch Version 2 hat wie Version 1 eine bestimmte Zeitdauer zugemessen. Nur wird in dieser Version die Zeitspanne als Leistung (Mikrowatt pro Stunde) anstatt als reine Zeitangabe dargestellt.

In Version 3 übernimmt das Kunstwerk die Rolle einer Zimmerpflanze, die regelmäßige Betreuung braucht. Das Objekt muß zumindest einmal wöchentlich berührt werden, oder es zerstört sich selbst. Die letzte Version (4) des ,Zeitstücks' umfaßt ein Meßgerät, das mein Alter mitzählt. Dieses Werk braucht nur einen einzigen wirklichen Akt der Mitwirkung seitens des Betrachters, nämlich den, daß er den Schlüssel umdreht, um das Zählwerk zu stoppen, wenn ich sterbe. Sobald der Schlüssel ungerechtfertigterweise vor meinem wirklichen Tod umgedreht wird, läuft das Zählwerk weiter, und das Objekt antwortet dementsprechend auf den Mißbrauch.

Technischer Hintergrund

HW: Proprietary 83C555-Based Microcomputer with added ADPCM, Playback Electronics
SW: Proprietary Assembly Language Control Programme