Ars Electronica
 
 
 

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Prix1988
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Stationary Imagination
Rainer Ganahl


Im Gegensatz zu den visuellen Strategien der meisten auf diesem Felde Produzierenden, die bloße Fortsetzungen dessen sind, was sonst mittlerweile massenweise unter dem Paßwort Kreativität produziert wird, geht es mir um das Explorieren der dem Medium eigenen visuell-textuellen Möglichkeiten, ohne die in den Nicht-Computer Künsten elaborierten Haltungen zu ignorieren. Auf eine Haltung, bzw. Enthaltung kommt es mir deshalb an, weil von „Können" nicht mehr gesprochen werden kann, bzw. alle anderen es auf diesen einladenden Dingern farbiger, figurativer, schlicht einfach besser können. Das sollen sie auch; das zeigt auch bald jede Computer-Ausstellung!

Meine versprachlicht-visuellen Interessen kollidieren hier mit einer diffizilen Leichtigkeit mit reduzierten geometrischen Graphismen, um so immer weitere sich stabilisierende und destabilisierende Konfigurationen zu erreichen, die besonders aus ihren Beziehungen zur kolorierten, sinnschwülstigen Umwelt leben.

Die dem Bildschirm innewohnende Bildbegrenzung, sein hoher Abstraktionsgrad und die Immaterialität seiner mikrorhythmisch verschwindenden Halbbilder fördern ebenfalls jene Vorstellung von Kunst, die besonders im Band „Stationary Imagination", das inzwischen der Kollektion des Centre's George Pompidou angehört, zum Ausdruck kommt.

Minimale architektonische Skizzen beschwören pulsierend, geradlinig einen rigorosen a-topischen Raum, den es nur mit Kurzschlüssen, Kollisionen predatorischer Partikeln oder anderen terroristisch flottierenden Logos zu beleben gilt. Und dies immer so, daß die Imagination in ihrer Bifurkation stationär bleibt. (R. Ganahl)