Ars Electronica
 
 
 

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Prix1988
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Pas rien
Martin Fischer


Die feministische Autorin und Journalistin Erica Fischer, deren Arbeiten seit Jahren für mein Denken von großer Bedeutung sind, ist Anstoß und Mittelpunkt des Werkes.

Der Komposition liegt ausschließlich Material zugrunde, das in unmittelbarem Zusammenhang zur Autorin steht: Ihre von ihr selbst gesprochenen Sätze, die akustische Dokumentation ihrer Arbeitssituation am Mikro-Computer, also jene Geräusche, Klänge und Töne, die verursacht werden, wenn Texte entstehen, und die sich gegenüber der spontanen Beobachtung neutral verhalten. Klänge, deren akustische Gestalt zuerst keinerlei Rückschlüsse auf jene Inhalte zulassen, deren Formulierung sie erst verursachen. Hinzugefügt sind zwei Zitate aus meinen Werken „Flattern" und „Warum sollte ich wohl?" einmal l Takt, einmal ein Abschnitt von 6 Sekunden Dauer.

Diese Kompositionsmaterialien wurden von mir - erstmals - ausschließlich digital bearbeitet (PDP-11/60 Rechner, Music V -sowie von der GRM entwickelte Software). Der akustische „Abfall" ansonsten eher Anlaß zu tagtäglicher Verstimmung, wurde mit Hilfe des Rechners umgestaltet, damit er stimmig preisgibt, welchen semantischen Konstellationen er seine eigene Existenz verdankt. Die Stimme der Autorin wiederum war bei diesem Prozeß Objekt der Analyse, deren Ergebnisse die Parameter des akustischen Mikro-Computer-Abfalls modifizierten. Zum Vorschein kam die musikalische Nachzeichnung dessen, was die Autorin in ihren Texten beschreibt. (M. Fischer)