Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


AUSZEICHNUNG
City Paradise
Gaëlle Denis, Passion Pictures


Gaëlle hatte ein paar Skizzen und Illustrationen gemacht, die witzige fremde Kreaturen zeigten, die in einer geheimen Welt unter einer großen Stadt lebten. Und dann stellte sie sich vor, eine Geschichte rund um eine Fremde zu gestalten, die nach London kommt und in diese geheime Welt eingelassen wird. Sie wollte ihrer eigenen Vision von London Leben einhauchen, einer lebhaften und schönen und doch surrealen Stadt, einem leicht unheimlichen Ort, der von Kreaturen mit komischem Gang bevölkert wird.

Gaëlle wollte auch, dass sich die Leute mit der Hauptfigur Tomoko identifizieren können, einer Fremden, die sich in solch einer manischen Stadt wie London verloren und verwirrt vorkommt, ein Gefühl, das die meisten von uns in einer fremden Stadt schon einmal erlebt haben. Die geheime Welt der Andersartigen stellt Tomokos inneres Selbst dar, es ist der Ort, an den sie sich flüchtet, um die Kraft zu finden, wieder hinauszutreten und London mit anderen Augen zu sehen.

Einer der Gründe, warum Gaëlle City Paradise bei Passion Pictures machte, war unsere Erfahrung in der Kombination von Live Action mit Animation. Wir waren überzeugt, dass wir ihr die nötige technische Unterstützung und eine Animation-Crew mit Erfahrung in der Schaffung von Filmeffekten anbieten konnten, wie sie sie wollte.

Wir kannten und bewunderten Gaëlles von der BAFTA preisgekrönten Film Fish Never Sleep, der 2002 am Royal College of Art entstand, wo Gaëlle ihren Master erwarb. Außerdem sahen wir einen Animatic von City Paradise, den Gaëlle als Teil ihres von Channel 4 finanzierten Animator-in-Residence-Aufenthaltes entwickelt hatte.

Uns fesselte besonders der Charme von Gaëlles Entwürfen und wir waren begeistert, dass sie Live-Action und Computergrafik in ihrem Film kombinieren wollte. Antoine Moulineau war für den Großteil der Beleuchtung und Texturierung verantwortlich, die beide so wichtig für die Schaffung der magischen Atmosphäre des Films sind, David Lea schuf die gemalten Kulissen (mit Hilfe von Photoshop), und Louis Clichy half mit gezeichneten 2D-Animationen, die ungewöhnlichen Bein- und Gangstrukturen der Gestalten umzusetzen.

Alle Figuren mit ihren blauen Schürzen wurden in einer Blue-Box gefilmt. Dann wurden die Live-Szenen getrackt und in AfterEffects zeitlich neu zusammengesetzt. Genaue Aufzeichnungen für alle Szenen dienten als Vorlagen für die 2D-Beine, mit denen Gaëlle dem Film eine komische Note geben wollte, die ein wenig an die Stummfilmära erinnert.
(Text: Passion Pictures)