Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
G-Player
Jens Brand


Der G-Player (Global Player) wirkt und funktioniert wie ein CD-Player. Anstelle von Tonträgern wird jedoch die Erde abgespielt. Der G-Player kann die reale Position offiziell bekannter Satelliten abrufen. Er simuliert die Umlaufbahn des angewählten Flugkörpers um die Erde. Ähnlich wie die Nadel über eine Schallplatte, fährt der Satellit die Erdoberfläche ab und setzt in der Interpretation des G-Player die Höhenverläufe direkt in Klang um. Das Display zeigt den Namen des angewählten Satelliten, seine Gattung, die Flughöhe und die Position über der Erde in Längen und Breitengrad. Der G-Player transportiert eine Vielzahl zum Teil widersprüchlicher Informationen und Haltungen. Man könnte ihn für ein seltsames Gerät oder einen Generator einer interessanten Klangerfahrung oder auch als sozio-politische Metapher für Größenwahn halten.

Audiodaten lassen sich auf verschiedene Weise darstellen. Im Falle des G-Player werden topografische Daten wie Audiodaten interpretiert. Der „Rauschklang“ ergibt sich aus der hohen Datendichte von 44.100 topografischen Informationen in der Sekunde. Gebirge erzeugen keine höheren Frequenzen, sondern dynamischere Strukturen als flache Landschaften – physikalisch ähnlich dem Verhalten der Schalplattennadel zu den Unebenheiten der Rille. Entsprechend dieser Logik sind die Meere durchschnittliche Regionen ohne Klang (Meeresspiegelhöhe „null“). Da 70 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sind, ist der G-Player überwiegend „still“.