Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Kernseif
Alexander Kiesl, Sebastian Stolle


Im Sommer 2003 kam das Comedy-Duo Badesalz mit einem Angebot an die Filmakademie, das man nicht ausschlagen konnte: auf Basis einer ihrer Sketche einen Animationskurzfilm zu machen, mit vollkommener Handlungsfreiheit. Noch am selben Tag hörte man stundenlang die einzelnen Sketches, bis man einstimmig einen passenden gefunden hatte. Schnell war klar, dass zum Sketch Kernseif ganz offensichtlich ein Gespräch zwischen einem Hasen und einer Schildkröte auf einer öffentlichen Toilette stattfinden muss. Daraufhin konzipierte man zu dem Audio-Sketch eine passende Spielhandlung. Nachdem Geschichte und Charaktere feststanden, wurden neue Sprachaufnahmen mit Hendrik Nachtsheim und Gerd Knebel (Badesalz) gemacht.

Während Sebastian Stolle mit den ersten Character Designs begann, entwarf Alexander Kiesl die Toilettenumgebung. Research and Development wurde beim Aussehen des Settings groß geschrieben, und so machte man sich auf diverse Fotosafaris quer durch den Dschungel der öffentlichen Toiletten Ludwigsburgs und Stuttgarts. Um die 3D-Szenerie zu texturieren, wurde nicht auf Fotos zurückgegriffen, sondern auf deren Basis viele Zeichnungen angefertigt, die im Computer so bearbeitet wurden, dass ein ganz spezieller Look entstehen konnte. Da man sich nur in diesem einen Raum befindet, wurden sehr viele kleine Details eingebracht und die Texturen möglichst hochauflösend bearbeitet.

Die beiden Charaktere wurden von den Animatoren nach ihren eigenen Charakterzügen aufgeteilt, sodass schnell feststand, dass Sebastian die Schildkröte und Alexander den Hasen animieren würde. Hier wurden spontane Ideen eingebunden und dem anderen präsentiert, was da wiederum andere Ideen hervorrief, bis man nach und nach die Handlung immer dichter und bewegter gestaltete. Für das Einleuchten der Szenen verwendete man keine speziellen Tools und Renderer, sondern leuchtete Szene für Szene ganz traditionell ein, um genau die Ergebnisse zu erzielen, die man vor Augen hatte.