Ars Electronica
 
 
 

Back to:
vorherige Seite

Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Into Pieces
Guilherme Marcondes


Der Film Into Pieces ist das Ergebnis einer lang erwarteten Zusammenarbeit zwischen mir, Guilherme Marcondes, und Daniel Bueno. Wir haben beide dieselbe Architekturschule absolviert und haben dieselben Interessen: Cartoons, Illustrationen, Design, Animation und visuelle Kunst im Allgemeinen.

Um die Story zu erarbeiten, trafen wir uns in einer Bar, verteilten eine Menge von Buenos Zeichnungen über den Tisch, tranken ein paar Biere und lachten recht viel bei der Vorstellung, was innerhalb dieser Illustrationen alles passieren könnte. Alle vermittelten so ein gemischtes Gefühl, irgendwo zwischen Pop-Cartoons und Collage der klassischen Moderne, und das gab uns auch einen Hinweis auf die richtige Stimmung für den Spot. Wir haben ein paar Gags und kleine Scripts zusammengetragen und entschlossen uns letztlich, die Story mit dem Mann zu verwenden, der die Teile zusammenfügen will und sich vom Superhelden belästigt fühlt. Ich hatte eigentlich gedacht, ein 30-Sekunden-Spot würde als Test reichen, aber ohne mein Zutun wurde er doppelt so lang: Das Animieren machte so viel Spaß und war so fesselnd, dass ich einfach einen Schritt weiterzugehen beschloss und einen Kurzfilm daraus machte. Da ich alles allein und in meiner Freizeit tat, brauchte ich zwei Monate zur Fertigstellung.

Ausgehend von der ursprünglichen Illustration habe ich keine wesentlichen Veränderungen an ihr vorgenommen, mit Ausnahme der Hintergrundtextur. Ich habe sogar die Originalfarben verwendet und die Komposition im Hochformat belassen, was mir die Möglichkeit gab, den Kameraschwenk abwärts am Anfang zu erzeugen. Ansonsten ging es darum, aus der Photoshop-Datei mit ihren einzelnen Ebenen, die Bueno mir gesandt hatte, die Originalillustration in After Effects nachzubauen. Dass ich die flachen Ausschnitte im 3D-Raum verteilte, gab dem Film diesen „Zweieinhalb-D“-Look.

Paulo Beto war für den Sound verantwortlich. Für Into Pieces hat er die unwahrscheinlichsten Samples zusammengemixt, von Tierklängen bis hin zum Klatschen des Publikums. Diese Versatzstücke sind einerseits unerwartet, andererseits dem Geist des Stücks getreu, und mir gefällt das Ergebnis sehr.