Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Monotreme
Koji Yamada


Die Animation Monotreme zeichnet mit eigenartigem Humor die Evolution eines seltsamen Lebewesens nach, das Eigenschaften sowohl einer Maschine als auch eines Lebewesens hat. Der Titel Monotreme bezieht sich auf die Monotremata, die Kloakentiere, bei denen die Ausscheidungorgane und Genitalbereich in einer gemeinsamen Körperöffnung vereint sind und die in Australien leben. Die Animation interpretiert das Wort als die Geburt eines kapselförmigen Eis aus den Exkrementen einer Hauptgestalt. Die Darstellung von Exkrementen in der Form einer sich zur Spirale ringelnden Schlange ist in japanischen Comics nicht außergewöhnlich. Aus der so „geborenen“ Kapsel entwickeln sich einzelne Teile und vereinigen sich mit der Spirale zu einem neuen Leben. Die Spiralform bezieht sich auch in humorvoller Weise auf die Form der Gene und den Willen zur Evolution.

Bei der Gestaltung der Hauptfigur haben wir uns bemüht, ihr Originalität und gleichzeitig eine beeindruckende Form zu geben; ihr Design versucht, sie im Gleichgewicht zwischen einer freundlichen Groteske und den Ausdünstungen und Säften des Körpers zu halten. Die Farbe ist auf schwarzweiß reduziert, weil wir auf dem Bildschirm den Charme eines Kupferstichs nachbilden wollten.

In Monotreme wird der Computer für beinahe alle Produktionsschritte verwendet, vom Bild als Ausgangsmaterial über die Verarbeitung bis zum Schnitt. Dennoch „fühlt“ sich das Werk nahezu analog an. Wir wollten stilistisch ein wenig an die Wärme der tschechischen und russischen Scherenschnitt-Trickfilme der 1960er bis 1980er Jahre anknüpfen. Das Gefühl einer räumlichen Tiefe wird durch die Aufteilung des Bildes in verschiedene Ebenen auf dem Computer erzielt.

Um den Gesamteindruck des Werks konstant zu halten, wurde nur eine einzige Modellgestalt für alle Entwicklungen vom Titellogo bis zu den Credits am Ende gezeichnet. Und schon das Titellogo sollte die Grundzüge des Werks, die organischen Formen und die interne mechanische Struktur, sozusagen als Knochengerüst zeigen. Die Geschichte selbst ist eine Schleife, in der Anfang und Ende verschmelzen. Da die Figur sich bei jeder Wiederholung der Schleife entwickelt, dreht sich auch die Geschichte in einer Spirale weiter und nimmt das Hauptthema formal wieder auf.

Overall Director: Koji Yamada, Director, Graphic Design: Daisuke Watanabe, Graphic Design: Masanori Esaki, Design Assistant: Hideki Fukushima, CG Assistant: Tomomi Kiryu, Music: Yasuhiro Misawa