Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


GOLDENE NICA
MILKproject
Ieva Auzina, Esther Polak , RIXC - Riga Center for New Media Culture


MILKproject untersucht die Visualisierung von GPSDaten als Instrument des Geschichtenerzählens. Das Projekt verfolgte eine der sogenannten „Käse-Linien“, den Transportweg von Milchprodukten zwischen Lettland und den Niederlanden vom Euter der Kuh bis zum Mund des Konsumenten. Alle an dieser Transportkette Beteiligten – vom Bauern zum Verbraucher – erhielten für einen Tag ein GPS-Gerät.

Danach wurden die Daten mit Hilfe einer eigens entwickelten Software in grafischer Form auf den Landkarten der jeweils betroffenen Gebiete dargestellt. Diese Grafiken wurden ihrerseits projiziert und mit den Mitwirkenden in kleinen informellen Workshop-Situationen an ihrem jeweiligen Wohnort besprochen.

Während dieser Workshops wurden ihre Kommentare zu den GPS-Spuren und deren Bedeutung aufgezeichnet, auch wurden Fotos von diesen Ereignissen aufgenommen. Spätere Gespräche zwischen den Künstlern und Mitwirkenden ergaben weitere Fotos und Tonaufzeichnungen über das Alltagsleben der Mitwirkenden. All diese Daten der einzelnen Beteiligten – GPS-Tracks, Ton und Bilder – wurden sowohl für das Installations-Setup wie für die Projekt-Website editiert. Die editierten Standbilder werden gemeinsam mit entsprechenden Tondokumenten in der Installation als Erzählung erlebt und sozusagen in „kartografischer“ Reihenfolge von Ost nach West abgespielt, sie folgen also dem Weg der Milch.

Das Projekt MILKproject entstand im Sommer 2003 als kleines Workshop innerhalb eines vom RIXC organisierten Symposions über sogenannte „lokative Medien“ und umfasste GPS-Technologie und zwei lettische Milchbauern in einem kleinen Dorf im Südosten Lettlands. Im Laufe des Jahres 2004 wurde das Projekt als interdisziplinäres Forschungsprojekt sowohl in Lettland wie in den Niederlanden ausgebaut und umfasste neun Mitwirkende (vier lettische Bauern und fünf holländische Stadtbewohner) sowie das gesamte Handelsnetzwerk zwischen ihnen. Das MILKproject wurde in Zusammenarbeit zwischen Ieva Auzina, Esther Polak und dem RIXC – Riga Center for New Media Culture – entwickelt und ist derzeit als Multimedia-Installation sowie als Online-Datenbank (in drei Sprachen) zu sehen unter: http://milkproject.net

The MILKproject has been supported by:
Mondriaan Foundation; Digitale Pioniers; European Cultural Foundation; ZKM—Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe; Culture 2000; Dutch Ministry of Agriculture, Nature and Food Quality; Royal Netherlands Embassy, Riga; KKF, Kulturkapitala Fonds; KfHein Foundation, Utrecht