Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


AUSZEICHNUNG
how long does the subject linger on the edge of the volume…
Marc Downie, Shelley Eshkar , Paul Kaiser


Um dieser neuen Kunstform einen Namen zu geben, wollen wir sie „denkende Bilder“ nennen, denn die Bildwelt ist in gewissem Sinne lebendig. Sobald wir sie mit ihren eigenen Strukturen und Intentionen ausgestattet haben, setzen wir sie frei und lassen sie selbst für die Dauer des Tanzes über Dinge entscheiden.

Die Essenz unserer Bildwelt besteht darin, dass sie „denkt“, indem sie Dinge abbildet. Sie skizziert die Beziehungen, die sie wahrnimmt, sobald sie sie zu erkennen beginnt. Dies hält die Einzelbilder im Fluss, denn das System regelt sich ständig neu ein, während es vorsichtig seine Ideen weiterentwickelt. Von Zeit zu Zeit bringen wir das System dazu, eine gewisse Art von Bildern komplett beiseite zu lassen und eine andere in den Vordergrund zu bringen, wir lassen es also eine neue Art des Denkens ausprobieren.

Was aber will diese Bildwelt um jeden Pries einfangen? Genau das gleiche wie wir – Trisha Browns komplizierte Choreografie, die wir gemeinsam in ihrer Entfaltung beobachten.

Bei all dem aber konzentriert sich die Bildwelt nicht auf die einzelnen Tänzer, sondern vielmehr auf die Muster, die diese gemeinsam bilden. Eines – und das am leichtesten zu erkennende – dieser Muster ist die räumliche Komposition der Tänzer auf der Bühne in einem bestimmten Moment, also der Raum zwischen den Tänzern und die Ähnlichkeit oder Unterschiedlichkeit ihrer Formen. Aber die eigentliche Schönheit des Tanzes liegt in der Entfaltung und Entwicklung dieser Muster über die Zeit, deswegen verfügt unsere Bildwelt auch über Möglichkeiten, sich an vergangene Augenblicke zu erinnern und Vergleiche zur Gegenwart zu ziehen. Viele der Bilder, die so entstehen, sind Abbildungen der Zeit. Wie wir selbst, formt auch das System Erwartungen dessen, was gleich geschehen wird, und stellt seine Überraschung fest, wenn der Tanz ganz unerwartet abschwenkt. Wir hoffen, die Bildwelt vermittelt Ihnen Tanz auf völlig neue Art, als würde etwas aus uns heraus geboren.

Technisch wird das alles durch die Kombination dreier Elemente ermöglicht: Ein Motion-Capture-System treibt insgesamt 18 Infrarot-Kameras an, die die Bewegungen der vier mit reflektierenden Markierungen ausgestatteten Tänzer einfangen. Dies erlaubt der Bildwelt, die Tänzer im jeweiligen Augenblick auf der Bühne zu sehen.

Das allein allerdings wäre kaum mehr als eine exakte Aufzeichnung und vielleicht eine rudimentäre Wiedergabe der Körper der Tänzer. Hier aber sind die Kameras die Augen eines komplexen Systems für Analyse und grafische Darstellung, sozusagen eine Art künstlicher Intelligenz. Im System entsteht das Absichtliche der Bildwelt, werden die Erinnerungen und die versuchsweise Erfassung der Choreografie gesteuert.

Letztlich werden diese „perspektivischen Blicke auf den sich entfaltenden Tanz“ mit Hilfe eines Echtzeit-Grafikrenderers umgesetzt und projiziert. Jedes Verständnisdiagramm wird innerhalb einer Zwanzigstelsekunde generiert und schon im nächsten Augenblick aktualisiert. Die Kombination dieser drei Elemente innerhalb einer Live-Performance ist etwas nie Dagewesenes.

how long… was part of the motione project of the Arts, Media and Engineering Program (AME) through the Herberger College of Fine Arts and the Fulton School of Engineering at Arizona State University. It was co-presented by ASU Public Events with additional commissioning support from Lincoln Center for the Performing Arts. It was supported in part by the National Endowment for the Arts, the National Science Foundation, Motion Analysis Corporation, Arizona Public Service (APS) and City of Tempe Cultural Services.

Choreography: Trisha Brown; Interactive Imagery: Paul Kaiser, Shelley Eshkar, Marc Downie; Composition and Sound Design: Curtis Bahn; Set and Lighting Design: Robert Wierzel; Costume Design: Galina Mihaleva; Motion Capture and Analysis and Interactive Systems: Gang Qian, Todd Ingalls, Daniel Whiteley, Jodi James, Thanassis Rikakis, Loren Olson, Marc Downie, Curtis Bahn, Siew Wong; Dancers: Neal Beasley, Sandra Grinberg, Brandi Norton, Cori Olinghouse, Stacy Spence, Todd Stone, Katrina Thompson; Project Directors: Thanassis Rikakis, Colleen Jennings-Roggensack; Choreographic Assistant: Carolyn Lucas; Assistant for Lighting Design: Greg Emetaz; Technical Directors: Kelly K. Phillips, David Lorig; Project Managers: Sheilah Britton, Michael Reed; Assistant Project Manager: Kate Collins.