Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
gravicells
Mikami Seiko, Ichikawa Sota


In gravicells können wir einen neuen menschlichen Sinn entwickeln, indem wir die Schwerkraft auf eine ungewohnte Weise erfahren und dadurch eine neue Wahrnehmung des Körpers gewinnen. Diese Installation bietet einen Raum, der durch eine hypothetische Dynamik bestimmt wird, die aus den entgegengesetzten Kräften der Schwerkraft und des Widerstands zusammengesetzt ist und über spezielle Geräte und Sensoren fühlbar gemacht wird. Beim freien Herumwandern in diesem Raum spüren die Besucher die Schwerkraft – die ihnen sonst kaum bewusst wird – ebenso wie den Widerstand gegen sie und die von anderen Besuchern ausgelösten Effekte. Alle Bewegungen und Veränderungen durch die Teilnehmer werden über Sensoren in Bewegung von Klang, Licht (LED) und geometrische Bilder umgesetzt, sodass sich der gesamte Raum dieser interaktiven Installation entwickelt oder verändert. Zusätzlich wird die Position des Ausstellungsraums über GPS ermittelt und bezieht über mehrere vernetzte GPS-Satelliten auch Beobachtungspunkte außerhalb der Erde mit ein. Dies bedeutet, dass sich der Raum unserer Wahrnehmung erweitert, und macht die Tatsache sichtbar, dass sich auch der Ausstellungsraum relativ zur Schwerkraft bewegt. Unser Richtungsgefühl im Raum – hinauf, hinunter, rechts und links – ist Ausdruck körpereigener physikalischer Funktionen in einer durch Gravitation bestimmten Umwelt; ohne Schwerkraft könnte auch unser Bewusstsein für Räumlichkeit nicht geformt werden. So leben wir in einer Welt, in der Schwere unvermeidlich ist, und alles, was auf dieser Erde existiert, stellt eine Form dar, die durch die Dynamik der Schwerkraft gesteuert wird, ganz zu schweigen vom umgebenden Raum, von der Sprache, der Physis, der Form des Bauches oder der Architektur. Diese Installation bietet Menschen die Gelegenheit, die mögliche Auflösung der Schwerkraft zu erfühlen, was wieder auf vielfältige Weise interpretiert werden kann.

Cooperation: YCAM/Yamaguchi Center for Arts and Media