Ars Electronica
 
 
 

Back to:
vorherige Seite

Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Glow Positioning System
Ashok Sukumaran


Glow Positioning System ist eine tausend Fuß lange interaktive Lichtinstallation, die im Februar 2005 einen ganzen städtischen Platz in Mumbai (Bombay, Indien) in ein visuelles „Instrument“ verwandelte: In einer gigantischen Schleife konnte man die Architektur, Bäume und Straßen mit Licht bespielen, und das konnte wirklich jedermann.

Mit Hilfe einer Kurbel als Interface wird ein Panorama entfaltet – ein virtuelles Panorama, das die bekannten und gewohnten architektonischen Profile dieses Raums transformiert. So tritt das Publikum in eine ebenso einfache wie kraftvolle Interaktion mit der eigenen Stadt. Die Beziehung ist visuell, aber auch eine Frage von Macht, von Maßstab, Berührung, Spiel. Während der gesamten viertägigen Dauer der Installation blieb die Kurbel nur dann ruhig, wenn sie in die nächsten Hände überging (jedenfalls beinahe!).

Dieses Projekt nimmt Bezug auf die Tradition des Stadtpanoramas in Malerei und Fotografie, die auch noch ihre Spuren in Virtual- Reality-Anwendungen und Videospielen hinterlässt. Recht populär waren im 19. Jahrhundert auch bewegte Panoramen, bei denen Gemälde oder Bilder mit Kurbelbetrieb dem Publikum eine Art „Reiseerfahrung“ boten. Die Handkurbel hat gleicherweise eine lange Geschichte in der Kinematografie – als Kurbel von Kamera wie Projektor war sie lange der Kraftmechanismus hinter den „bewegten Bildern“.

Auch in unserer Bewegungsform löst die Drehgeschwindigkeit unterschiedliche Effekte der Nachhaltigkeit aus. Schnelles Drehen der Kurbel lässt den gesamten Lichtring auf einmal aufleuchten, langsame Bewegung erlaubt die schrittweise Erforschung der Landschaft.

Global Positioning Systems erklären uns, wo wir uns zu jedem Zeitpunkt aufhalten, und implizieren, dass wir auch global unterwegs sind. In unserem GPS ist der „Tourismus“ eine Art virtuelle In-situ-Erfahrung, die auf dem Verblassen der tatsächlichen Landschaft in der Dämmerung basiert. Die Erfahrung hängt nicht von einer physischen Ortsveränderung des Beobachters ab, bietet aber dennoch ein eindeutiges Gefühl der Kinästhesis und das Versprechen einer haptischen Reise.