Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
Bondage
Atau Tanaka


Bondage ist ein Stück über das Geheimnisvolle, das Rätselhafte, die Fantasie. Es ist seiner Art nach digital, aber seiner Oberfläche nach analog. In unserer modernen Gesellschaft wohnt der Technologie nichts Mysteriöses mehr inne, sie ist Teil des Alltagslebens geworden. Kultur und ferne Orte jedoch haben noch immer eine gewisse Faszination bewahrt. In Bondage verwende ich Holz und Papier als Vehikel für digitale Bilder und Klänge. Was darauf projiziert wird, steht geradezu als Ikone für Japan – die klassische Papier-Schiebewand (shoji), die Frau im Kimono. Wir glauben, diese Kultur zu kennen, und doch entzieht sie sich uns. Denn die Frau, so finden wir heraus, ist gefesselt – und dieses Bild generiert das Klanguniversum, das wir als Aufsummierung von Sinuswellen zu hören bekommen.

Das Stück ist sehr persönlich, entstanden aus meiner Situation als Japano-Amerikaner und als Künstler/Forscher. Die Arbeit besteht aus japanischen Elementen, aber niemals würde ein japanischer Künstler sie so realisieren. Die Klänge sind Sinuswellen, aber nicht im üblichen ultra-sauberen Design-Raum. Die Anwesenheit des Betrachters vervollständigt die Schleife, indem sie Teile von Noboyushi Arakis ursprünglichem Foto enthüllt, das von links nach rechts in Klang erzeugenden Frequenzbändern abgetastet wird. Das quadrofonische Sound-System ist vertikal, in der Ebene des Reispapierschirms angeordnet, und die Fasern des Papiers geben den digitalen Pixeln einen organischen Hintergrund.

Als Ergebnis entsteht ein Raum-Konzentrat, in dem sich Klang und Bild treffen, wo aber die Interaktion nicht in den Vordergrund gedrängt wird. Statt dessen habe ich versucht, einen magischen Raum zu schaffen, der aus den voyeuristischen Fantasien des Betrachters gespeist wird, wenn dieser sich bemüht, einen Zugang zur unberührbaren Frau auf der anderen Seite der Wand zu finden.

Co-production : Le Fresnoy, Studio National d’Art Contemporain, Parc de La Villette. Thanks to: Nobuyoshi Araki for permission to use his photograph, Yoshiko Isshiki for access to his collection. Sound/image synthesis engine: Ali Momeni