Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
E-democracy.Org
Steven Clift, Mick Souder


E-Democracy.Org ist ein überparteiliches, von Bürgern getragenes Non-Profit-Projekt mit dem Ziel, die Bürgerbeteiligung an Demokratien und Communities mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien und -strategien zu verbessern. Unseren digitalen Communities gehören Menschen aller politischer Überzeugungen an, die miteinander diskutieren und deren Diskussionen häufig in gemeinsame Aktionen auf bundesstaatlicher wie lokaler Ebene münden.

E-Democracy.Org wurde 1994 von politisch denkenden, internetkundigen Aktivisten und ehrenamtlichen Community-Networkern unter dem Namen „Minnesota E-Democracy“ gegründet und war die erste wahlbezogene Website der Vereinigten Staaten. Minnesota E-Democracy wurde von Steven Clift konzipiert und griff auf die Ressourcen mehrerer Community-Netzwerke und Non-Profit-Internetorganisationen zurück, u. a. das Twin Cities Free-Net, das Minneapolis Telecommunications Network Internet Service, das Minnesota Regional Network (MRNet) und die League of Women Voters.

Mit dem ursprünglichen Forum zur Politik in Minnesota und der nachfolgenden Entwicklung von Community-Foren auch über den Bundesstaat hinaus verfügt E-Democracy.Org über lange Erfahrungen, wie man die Interaktion von Bürgern, Politikern, gewählten Amtsträgern und Medienleuten in einem elektronischen Gemeinwesen fördert. Wenngleich diese Foren unter denselben Signalstörungen leiden wie andere Formen des Internetdialogs auch, trägt deren regelgeleitete Struktur doch zur Ernsthaftigkeit der Debatte bei, und mitunter dringen in den Foren erörterte Themen auch in die allgemeine Öffentlichkeit. Koalitionen entstehen, Politiker nutzen die Foren als Organisationsinstrumente für Kampagnen, und gewählte Amtsträger nutzen sie dazu, Feedback zu bekommen.

2003 begann E-Democracy.Org damit, lokalen Organisationen zu ermöglichen, nach dem Muster von Serviceorganisationen wie dem Rotary Club oder Kiwanis International auf der Grundlage der Hilfsprogramme und Richtlinien von E-Democracy eigene Strukturen zu entwickeln. Derzeit stellt E-Democracy.Org sein Modell für lokale Foren in Großbritannien zur Verfügung, die es mit Programmen, Dokumentationsmaterial ( e-democracy.org/uk/guide.pdf) und praktischen Anleitungen unterstützt.

Das Kernteam, das das Projekt durchführt, besteht aus etwa 20 ehrenamtlichen Mitarbeitern unter der Leitung eines Vorstands. Die wichtigsten Mitarbeiter sind die Moderatoren der Diskussionsforen und die Betreuer der Webseiten. Streitigkeiten zwischen den Moderatoren und Teilnehmern der Foren werden vom Vorstand geschlichtet. Es gibt auch eine Reihe von Mitarbeitern, die sich um die Verbesserung der Technologie kümmern. Unsere Foren haben insgesamt ungefähr 3000 Mitglieder. Da aber viele an mehreren Foren teilnehmen, ist die Anzahl der Personen geringer. Unsere Foren stehen jedem offen, der die Teilnahmeregeln akzeptiert.

E-Democracy.Org benutzt gängige E-Mail, World-Wide-Web- und Datenbanktechnologien. Zwar interessieren wir uns für spezielle Programmentwicklungen auf Gebieten, wo die Verbesserung der Computertechnik zur Eleganz unserer Mission beiträgt, im Großen und Ganzen stützen wir uns aber auf eine Reihe von Anwendungen, die für jedermann leicht zugänglich sind. Im Grunde jedoch ist E-Democracy.Org kein technologisches System, sondern setzt Technologie eher zu Ermächtigung digitaler politischer Communities ein. Gegenwärtig allerdings arbeitet E-Democracy.Org bei der technischen Ausstattung der britischen Foren mit den Open-Source-Anwendungen von GroupServer (siehe http://e-democracy.org/groupserver/).