Ars Electronica
 
 
 

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Prix2005
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
Ars Electronica Linz & ORF Oberösterreich
 


ANERKENNUNG
TXTmob
The Institute for Applied Autonomy


TXTmob wurde ursprünglich als Hilfsprogramm für Aktivisten konzipiert, um den Informationsaustausch und die Aktionskoordination bei politischen Protesten zu erleichtern – vor allem für die dezentralen „Aufmärsche“, wie sie typisch für die modernen Anti-Globalisierungsdemonstrationen sind. Ziel des Projekts war die Bereitstellung einer Kommunikationsinfrastruktur, die eine breite Palette von Aktivistenbedürfnissen unterstützt und flüssige, spontane Aktionen ermöglicht. In der Praxis ist TXTmob bei neueren Demonstrationen auf ganz verschiedene Art eingesetzt worden: zur Orchestrierung von „flashmob“-artigen Aktionen (bei denen Tausende von Demonstranten ohne große Vorankündigung an einem Ort zusammenkommen), für Berichte über Polizeibewegungen und zum Austausch von Solidaritätsadressen zwischen Aktivisten auf der Straße und Anhängern rund um die Welt. Während des Parteitags der Republikaner stützten sich Indymedia-Reporter massiv auf TXTmob, um brandaktuell über die Aktionen auf der Straße informiert zu sein.

TXTmob entwickelt sich nun dahingehend weiter, dass es sich auch für andere Graswurzelaktivitäten eignet. Bei den letzten US-Präsidentschaftswahlen wurde TXTmob von den Organisatoren der „Get out the vote“-Kampagne eingesetzt, und in den gesamten USA haben es zahlreiche lokale Organisationen übernommen, die mit ihren Mitgliedern und Teilorganisationen via Textmessages kommunizieren wollen. Jetzt da wir kurz vor der Open-Source-Freigabe des TXTmob-Quellcodes stehen (unter Mithilfe unserer Freunde von openflowers.org), gehen wir davon aus, dass die Entwicklung in Zukunft hauptsächlich auf die Integration in Open-Source Content-Management-Systeme (CMS) hinauslaufen wird.

TXTmob wurde vom Institute for Applied Autonomy (einem anonymen Kollektiv von Aktivisten, Künstlern und Technikern) in Zusammenarbeit mit Aktivistengruppen, die im Sommer 2004 die Proteste rund um die Parteitage der Demokraten und Republikaner organisierten, entwickelt. In der Folge wurde es von Aktivisten bei der orangen Revolution in der Ukraine und bei der Amtseinführung von George W. Bush eingesetzt. TXTmob wird derzeit von Tad Hirsch, einem Researcher am MIT Media Lab, betreut. Momentan wird TXTmob von nahezu 11.000 registrierten Benutzern für eine ganze Reihe von Zwecken genutzt: von Politik über Dichtung bis zur Partyplanung.