Ars Electronica
 
 
 

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Prix1991
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


AUSZEICHNUNG
Maxwell's Demon
James Duesing


Die Computeranimation "Maxwell's Demon" von James Duesing ist eine Geschichte von tierähnlichen Wesen, die in ein Reservat gesperrt sind und um Freiheit kämpfen. Diese erlangen sie erst, als eine Katastrophe ausbricht, bei der sie ihr Heim verlieren.

"Maxwell's Demon" ist dem Konzept nach ein Ableger der händischen Animationen, die ich gezeichnet habe, aber technisch habe ich mich umgestellt, um eine gänzlich computergenerierte Arbeit zu schaffen. Große Aufmerksamkeit wurde den Oberflächenqualitäten und der Farbe gewidmet, um komplexe Sozialstrukturen darzustellen, in denen sich die Figuren eine notdürftige Existenz schaffen, die von ihrer Kultur geformt wird.

"Maxwell's Demon" ist die Geschichte von tierähnlichen Charakteren, die in ein industrielles Reservat gesperrt wurden, als ihre Weltwirtschaft daranging, gänzlich auf Dienstleistung und Information umzuschwenken. Das Reservat steht an einem völlig verschmutzten See, der eine Touristenattraktion ist. Die Anrainer verkaufen Plastiksouvenirs an Ständen (Frisbeescheiben, Hula-Hoop-Reifen und so) als Erinnerung an ihre frühere industrielle Kultur.

Als der allerletzte überlebende Fisch wegen der schlechten Wasserbedingungen Selbstmord begeht, entsteht ein Streit zwischen Fashionette undMaxwell, dem einarmigen Besitzer der größten Boutique des Reservats. Im Laufe der Auseinandersetzung fängt der See mehr oder wenigerzufällig Feuer, was die Bewohner des Reservates befreit, aber gleichzeitigihr Heim zerstört.
Fashionette beginnt für sich und das Reservat ein neues Leben zu planen,aber keiner weiß, wo man beim Löschen eines großen chemischenFeuers beginnen soll.

Das Animationsprojekt ist kein traditioneller Zeichentrickfilm, sondern vielmehr eine locker gezeichnete Serie von bewegten Bildern mit Charakteren, die cartoon-ähnliche Attribute aufweisen, in einer Welt, die weniger großzügig und komplexer als das Ideal der Warner Brothers ist.

Der Versuch, Wissen und Naivität in diesem Werk zu verbinden, führt zu einem häufig humorvollen Blick auf die menschliche Existenz und enthält tiefere Einsichten für jene, die unter die Oberfläche blicken wollen.

Der Gestaltungsprozeß einer Animation hält einen normalerweise über einen Zeitraum von mehreren Jahren gefangen. Ich habe das erste Jahr dieses Projekts damit verbracht, Vorbereitungsarbeiten auf dem Computer durchzuführen und die Musiker und Schauspieler für den Soundtrack zu organisieren.

Nach achtmonatiger Arbeit an den Bewegungsabläufen der Charaktere und des Umfeldes habe ich dann die eigentliche Animation und die Überspielung der Bilder auf Band begonnen. Die Zeit dazwischen erlaubte mir, die Techniken zu verfeinern, die ich für die Grundstrukturen angewendet hatte, und gleichzeitig neue und innovative Wege für die Konstruktion computerisierter Bewegungen auszuprobieren. Am Band fällt auf, daß mit fortschreitendem Projekt auch die Komplexität und Dichte der Bewegungen zunimmt. Insgesamt hat die Produktion des Bandes dreieinhalb Jahre gedauert.