Ars Electronica
 
 
 

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Prix1992
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


AUSZEICHNUNG
Le Pépin Géant De Arp
Cécile Babiole


In der Computeranimation "Le Pépin Géant de Arp" von Cécile Babiole durchlebt ein "Arp'scher Torso" durchlebt verschiedene Szenarien in einer computeranimierten Welt.

"L'Art en jeu" ist ein 20minütiges Programm über Werke des Musée National d'Art Moderne im Centre Georges Pompidou. Es besteht aus 20 Clips zu je einer Minute, die zu einem Werk eines zeitgenössischen Malers oder Bildhauers hinführen. Darunter befinden sich die ganz Großen des 20. Jahrhunderts, wie Matisse, Picasso, Braque, Klee, Kandinsky, Giacometti, Warhol usw.

Bei den Clips geht es darum, die ausgewählten Werke in Szene zu setzen, und zwar mittels eines Szenarios im Geiste des Werkes und nach der Art des Künstlers. Es geht nicht darum, eine hypothetische Genese des Werkes odereine Kunstlektion nachzuempfinden.

"L'Art en jeu" ist ein Pfad, auf dem uns Intuition und Imagination ganz vonselbst zur Entdeckung des Werkes führen. Bei der Skulptur "Pépin géant" von Arp hatte ich das Gefühl, etwas Hybridem, Zweideutigem gegenüberzustehen: halb hart, halb weich, halb Geschlecht, halb Spielzeug, halb Torso und halb Keim, halb Mann und halb Frau. Und dieses Gefühl hat mich geleitet.

Ich wollte mit der anthropomorphen Form der Skulptur in verschiedenen Szenenformen herumspielen: von nahe und ferne gesehen, aus verschiedenen - auch ungewohnten - Winkeln, gekleidet in unterschiedliche Beleuchtung, stellt sie sich niemals gleichartig dar, immer einzigartig. Sie verformt sich, atmet, prägt den Raum mit ihremSchatten und läßt den Umriß ihrer vielfältigen Silhouetten als hohle Form zurück. Sie zerbricht, schneidet sich in Scheiben, um die Kompositionen des Künstlers aus gemaltem Holz nachzuempfinden ... und multipliziert sich zuletzt, da diese Skulptur mehrere Schwestern besitzt.

Die Bildfolge läuft in einer Dekoration ab, die in Wahrheit aus Details der Skulptur besteht, als liefe diese Mini-Fiktion in der Achselhöhle eines gigantischen Pepins ab. Nur 3D war das passende Mittel, um diesem Konzept gerecht zu werden. Deshalb besteht der gesamte Film aus Computeranimationen, die mit den Programmen Explore von TDI und Vertigo realisiert wurden, aber auch mit speziellen Programmen vom Studio Transformer (UMT), um die nötige räumliche Tiefe zu erzielen. Einer der bemerkenswertesten Aspekte dieser Modellierungsarbeit war es, eine völlig werkgetreue Abbildung zu erzielen.

Die Animation wird unterstützt von einem Original-Soundtrack auf Perkussionsbasis (von Gerome von der Gruppe 'NOX'), um den primitiven, ursprünglichen, sensuellen Charakter der Skulptur zu unterstreichen. Besonderes Augenmerk wurde der Klang-Bild-Beziehung im Film geschenkt, bis sich die rhythmischen Vorgaben der Musik und die eigenen Rhythmen der Animation zu einer echten Choreographie verbanden.

Dieser Film wurde bei der Imagina '92 mit dem Ersten Preis Pixel-INA in derKategorie "Kunst" ausgezeichnet.

Technischer Hintergrund
HW / SW: 3D-Animation Transformer, Silicon Graphics 320 VGX, 4D25, TDJ Explore (In-House SW)