Ars Electronica
 
 
 

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Prix1992
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


EHRENNICA
Terminator II
Mark Dippé, Industrial Light & Magic (ILM) , Dennis Muren , Steve Williams


Für "Terminator II" arbeiteten Dutzende Künstler bei ILM über ein halbes Jahr lang an über dreißig Silicon Graphics Iris 4D-Workstations, um zu erreichen, daß sich die Umgebung im chromglänzenden Terminator spiegelt.

Der Regisseur James Cameron wählte Industrial Light & Magic (ILM) für die Herstellung spezieller visueller Spezialeffekte für seinen neuen Film "Terminator 2" aus. ILM setzte Computergraphik und digitale Bildbearbeitungstechniken ein, um "T-1000", eine der Hauptpersonen des Films, zu schaffen.

Der "T-1000" besteht aus flüssigem, chrom-ähnlichem Metall, das die Form einer Person oder eines beliebigen Objekts annehmen kann. ILM hat die Verwandlungseffekte für "T-1000" geschaffen: Er kann sich von einem amorphen Chromtropfen in eine chromglänzende Menschenfigur und letztlich in eine reale Menschengestalt verwandeln, er kann sein Aussehen verschiedenen Personen anpassen, er kann sich selbst völlig umstülpen und in einer Kampfszene eine andere Form annehmen. Er ist imstande, einen Finger oder Arm in einen Metallspieß zu verwandeln und wieder menschliche Form anzunehmen; er kann durch eine Gittertüre fließen, aus einem Fliesenboden auftauchen, eine Stahlstange aus dem eigenen -Körper herausziehen und seine menschliche Gestalt nach einer Verwundung neu formen oder heilen. All diese Effekte mußten absolut realistisch aussehen, um die Geschichte überzeugend erscheinen zu lassen.

Dutzende Leute in verschiedenen Abteilungen von ILM arbeiteten über ein halbes Jahr lang höchst intensiv an der Schaffung der 45Computeranimation-Einstellungen des Films, darunter fünf Minutencomputergenerierte und computermanipulierte Bilder. Wie Regisseur Cameron feststellte, war das Ergebnis der Beweis, daß photorealistische Computergraphik sehr wohl für die Schaffung von Figuren in Filmen eingesetzt werden können "... Ich hatte angenommen, es würde zumindest einige Dinge geben, die sie (ILM) nicht machen können, aber zu meinem Erstaunen gab es nichts, was sie nicht hätten lösen können. Buchstäblich nichts."

Das für jede Szene gefilmte Material wurde Kader um Kader mit Hilfe eines von ILM gemeinsam mit Kodak entwickelten Digitalisierungssystems in einen Computer eingescannt, um eine hochauflösende digitale Darstellung des35-mm-Filmmaterials zu erhalten. Das computergenerierte Chrom wurde durch Berechnung der Reflexionen der Umgebung auf den dreidimensionalen Formen erzeugt, die ihrerseits entweder im Szenenfilm oder in anderen Filmelementen bzw. vor Ort in zusätzlichen Standbildern aufgenommen wurden. So konnte das computergenerierte Chrom die Umgebung und die Schauspieler der jeweiligen Szene reflektieren. Die Chromformen wurden dreidimensional modelliert und animiert und sorgfältig in die jeweilige Ursprungsszene eingepaßt.

Jedes einzelne Chromelement wurde als eigenständiges digitales Elementberechnet und dann digital mit dem Szenenhintergrund und den anderen Elementen zusammengesetzt. Die chromglänzenden Menschenformen wurden auf der Grundlage von Bewegungsstudien echter Schauspieler modelliert und animiert. Einige Einstellungen erforderten handgemalte Animationen und händische Retuschen, Kader für Kader. Bei vielen wurde Software eingesetzt, die es dem Animator erlaubt, gefilmte und computergenerierte Elemente räumlich zu verzerren. Im Verlauf der Arbeit wurden immer wieder Tests in niedriger Auflösung durchgeführt und täglich auf Video analysiert. Die letzten Testbilder und die endgültigen Ergebnisse wurden direkt mit hochauflösenden Film-Recordern auf 35-mm-Film ausgegeben. Die Schaffung dieser Animationen gelang nur dank der Zusammenarbeit von Animatoren, Computerwissenschaftlern, Künstlern und Technikern aus den verschiedensten Bereichen. Zu ihrer Ausrüstung gehörten über dreißig Silicon Graphics Iris 4D Workstations mit ILM eigener Software (von der einerheblicher Teil eigens für diese Produktion entwickelt wurde), das RenderMan Rendering-System von Pixar, das Softwarepaket Alias/2 von Alias Research und zahlreiche Apple Macintosh mit Adobe PhotoShop Software. Menschliche Gesichter und andere Teile wurden mit Hilfe eines Cyberware-Digitalisierungssystems dargestellt. ILM ist auch für die optische Bearbeitung und die Komposition etlicher anderer Einstellungen in diesem Film verantwortlich.

Technischer Hintergrund
HW: Silicon Graphics 4D/340 VGX, 4d/240 GTX, 4D 25GT, Apple Mac IIFX
SW: Modelling, Animation, Rendering, Image-Processing: ILM Proprietary, Renderman, Alias 2, Photoshop