Ars Electronica
 
 
 

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Prix1992
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


AUSZEICHNUNG
18 G 90
Mark Wilson


Die Computergraphik "18 G 90" von Mark Wilson entstand in einer Art Collage-Technik. Kompositorische Entscheidungen werden schrittweise getroffen. So wird das Aussehen des fertigen Bildes nicht von der Maschine vorgegeben, sondern hängt von einer künstlerischer Entscheidung ab.

Meine Zeichnungen und Gemälde entstehen in einem zweitelligen Prozeß. Zuerst werden mit Hilfe einer Vielzahl von Programmen Bilder auf dem Schirm des Microcomputers erzeugt. Einige von diesen Programmen arbeiten einfach mit Zufallsgeneratoren, andere hingegen verwenden Permutationen von graphischen Elementen wie etwa zellulare Automaten.

Als nächstes wird ein rechteckiger Ausschnitt des Bildes Pixel für Pixel auf einem Plotter ausgedruckt. Die Pixel können als Kreise, gefüllte Vierecke, Kreuze und so weiter wiedergegeben werden. Sie können groß oder klein sein und auf die verschiedensten geometrischen Oberflächen projiziert werden, wie Ebenen, Zylinder und Kegel. Zuletzt werden diese Oberflächen in einen perspektivischen Raum projiziert. Die nötige Software habe ich selbst geschrieben.

Die Bilder werden mit einem altehrwürdigen Computergraphik-Gerät dargestellt, nämlich mit einem Pen-Plotter. Die Ausdrucke erfolgen auf Papier, auf Leinwand oder - wie in diesem Fall - direkt auf Mylar. In stundenlanger Tätigkeit zeichnet der Plotter hunderttausende Linien bis zur Vollendung des Werkes. Die Größe der Arbeiten kann recht beachtlich sein, im vorliegenden Fall beträgt sie 90 x 240 cm. Diese Vorgangsweise bietet viel mehr Beweglichkeit und Freiheit als die traditionellen photographisch kleinen Computergraphik-Formate.

Der gesamte Bilderzeugungsprozeß erinnert an eine Collage. Elemente werden ausgewählt und auf der Oberfläche plaziert. Kompositorische Entscheidungen werden schrittweise getroffen. So wird das Aussehen des fertigen Bildes nicht von der Maschine vorgegeben, sondern hängt von einer künstlerischer Entscheidung ab. Es wäre unmöglich, meine Arbeiten mit irgendeinem anderen Medium zu realisieren. Ich habe versucht, die digitale Natur dieses Mediums direkt einzusetzen. Anstatt die Pixel zu verstecken, sind sie zum zentralen Element meiner künstlerischen Tätigkeit geworden. Die Technologie liegt all meinen Arbeitsprozeduren zugrunde, aber das Ziel ist letztlich folgendes: Das Auge des Betrachters mit Bildern zu erfreuen und zu reizen, die nur mit Hilfe des Computers entstehen können.

Technischer Hintergrund
HW: IBM PS / 2, IBM 7375 Plotter
SW: By the artist