Ars Electronica
 
 
 

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Prix1990
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


AUSZEICHNUNG
The Helpless Robot
Norman T. White


"The Helpless Robot" von Norman T. White ist eine interaktive Skulptur in Form eines Roboters, die an einem öffentlichen Raum aufgstellt wird. Der Roboter interagiert mit den Passanten, indem er um Hilfe ersucht. Je nach Handlung der Passanten antwortet der Roboter mit weiterer Konversation und Bewegung.

In ihrer endgültigen Form wird die Arbeit "The Helpless Robot" eine freistehende, elektronisch kontrollierte kinetische Skulptur sein mit einer Gesamthöhe von fünf Fuß und einem Durchmesser von drei bis vier Fuß an der Grundfläche. Sie wird sich zur Spitze hin in bi-symmetrischer, etwas unregelmäßiger, organischer Art verjüngen.

Sie wird außen ziemlich glatt sein und vor allem aus gebogenen Metallplatten, die auf einem darunterliegenden Rahmen befestigt sind, bestehen. Da und dort werden durchsichtige Acryltafeln angebracht, die dem Betrachter den Einblick in das elektronische Innenleben der Skulptur erlauben. An einigen Schlüsselstellen befinden sich klinkenähnliche Vorsprünge.

Obwohl ihre Grundfläche stationär ist, wird die Skulptur auf ihrer Basis rotieren können. Diese Rotation geht nicht von innen her aus, sondern ist, wie beim traditionellen Mobile, rein passiv, das heißt von äußeren Umständen abhängig. Aber wo ein traditionelles Mobile Wind, Wasser und andere Naturgewalten nutzbar macht, wird dieses menschliche Muskelkraft in Anspruch nehmen, und zwar mit Hilfe seines kritischen Outputs: seiner elektronisch synthetisierten Stimme.

Momentan existiert die Arbeit in Form eines Prototyps, der aus drei auf Mikrocomputern basierenden Modulen besteht, die sich die Aufgaben teilen. Das erste, das ich selbst gebaut habe, hat die Aufgabe, die Winkelposition des rotierenden Teils und die Gegenwart von Zuschauern durch einen Ultrasonic-Sensor, der die Entfernung mißt, festzustellen. Das zweite Modul nimmt das Datenrohmaterial vom ersten Modul auf und bereitet es auf die Weiterverarbeitung durch das dritte Modul vor. Außerdem enthält es den Sprachsynthesizer und gehorcht den auf die Sprache bezogenen Befehlen des dritten Moduls. Das dritte Modul ist dafür verantwortlich, den Sinn der gefilterten Daten im Kontext mit vergangenen Ereignissen herauszufinden und geeignete sprachliche Antworten zu formulieren.

Meiner Meinung nach benimmt sich das Werk als klassischer "Hustler". Es kann zum Beispiel anfangs menschliche Kooperation mit einem höflichen: "Entschuldigen Sie, haben Sie einen Moment Zeit?" oder einer ähnlichen Frage aus einem Reservoir von solchen anspruchslosen Phrasen fordern. Dann könnte es bitten, gedreht zu werden: "Könnten Sie mich bitte nach rechts drehen ... Nein! Nicht so! ... Anders herum!" Wenn es auf diese Weise Kooperation spürt, tendiert es dazu, immer fordernder zu werden, und wenn es seine Mitarbeiter zulassen, wird es diktatorisch. Diese subtile Verschiebung vom Unterhalter zum Tyrannen geht hoffentlich nicht unbemerkt vor sich. Letztlich ist mein Ziel hinter dem Werk nicht Ausbeutung, sondern Unterweisung.