Ars Electronica
 
 
 

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Prix1987
Prix 1987 - 2007

 
 
Veranstalter:
ORF Oberösterreich
 


AUSZEICHNUNG
Diadèmes
Marc André Dalbavie


In der Komposition "Diadèmes" von Marc André Dalbavie wird vor allem die Beziehung zwischen der elektronischen Welt und der traditionellen Welt der Musikinstrumente deutlich gemacht.

"Diadèmes" ist ein Auftragsstück für das Ensemble Itinéraire und wurde 1984 komponiert. In seiner Zielvorstellung soll es die Möglichkeiten der Beziehungen zwischen der elektronischen (numerischen) Welt und der traditionellen Welt der Instrumentalmusik aufzeigen.

Somit folgte es inhaltlich dem Werk "Les Miroirs Transparents" für großes 0rchester (1983 - 85), das für das Festival von Metz geschrieben wurde und in dem das harmonische Material stark von den Möglichkeiten des Sound Processing mittels Computer beeinflußt war.

Die Klangfarben der traditionellen Instrumente wurde ebenso festgelegt wie die Klangfarbe der Synthesizer. So entstehen Verschmelzungsprozesse zwischen dem Instrumentalklang und der Synthese während des Stückes, die es bisweilen sehr schwer machen, zu unterscheiden, was denn nun synthetisch und was instrumental sei.

Technischer Hintergrund

Drei verschiedene Arten von numerischem Material wurden für "Diadèmes" verwendet. Die kompositionsunterstützende Software wurde auf einem Apple-Macintosh-Rechner verarbeitet, die Programme waren Le lisp (Chailloux) und Sound Extension FORMES (IRCAM, Lee Boynton), die es erlaubten, die Generationsprozesse durch harmonische Regeln zu fixieren.

Der Synthesenteil entstand auf zwei Yamaha TX816, gesteuert durch zwei Yamaha KX88. Die angewendete Frequenzmodulation wurde mit dem Macintosh über Programme der IRCAM gesteuert.

Der Transformationsteil wurde mit einem Paar Harmonizer gesteuert, die den Klang berechneten und in Real-Time transponierten, daneben wurde ein Echo-und ein Hallgerät eingesetzt. In der Partitur scheinen drei Instrumentalgruppen auf:

- ein elektronisches Ensemble
- ein traditionelles Instrumentalensemble mit Holzbläsern (zwei Flöten, eine Oboe, zwei Klarinetten, ein Fagott), Blechbläser (ein Horn, eine Trompete, eine Baßposaune), Perkussion und Streicher (drei Violinen, ein Kontrabaß)
- ein über Harmonizer und Echo verzerrtes Altsolo, das die Verbindung zwischen den beiden Ensembles steuert.

Das Stück besteht aus drei miteinander verbundenen Sätzen und dauert ca. 27 Minuten.